Von 1984 an faszinierte die irakische Märchenerzählerin Huda Al-Hilali die Hamburgerinnen und Hamburger mit ihren Geschichten fasziniert. Sie erzählt vom alten und modernen Leben im Orient, von den Träumen und Märchen, aber auch von den alltäglichen Erfahrungen und Gesprächen auf den Märkten und auf den Dachterrassen ihrer Heimat. Vor allem die Welt der Frauen wird für die Zuhörerinnen und Zuhörer lebendig. Es ist eine Welt, die vom „Fortschritt“ bedroht ist, und eine Welt, die sie selber 1976 verlassen hat und in die sie danach nicht zurückkehren konnte. In ihren Erzählungen bleibt sie lebendig, die Welt der Basare und der Märchenerzähler und die Welt der Träume. „Ein Traum ist für uns genauso Wirklichkeit. Wer morgens seinen Traum erzählt, tut es in der Art, wie Europäer erzählen, was ihnen gerade passiert ist.“
Huda Al-Hilali wurde eine beeindruckende Botschafterin einer Welt jenseits des europäischen Rationalismus, und wenn die Zuhörerinnen und Zuhörer im Foolsgarden oder anderswo in Hamburg ihren Geschichten lauschen, dann können sie ahnen, wie verarmt Hamburg wäre, gäbe es nicht die Menschen aus anderen Ländern, die uns teilhaben lassen am geistigen und kulturellen Reichtum dieser Welt. Ihren Traum für ihre Heimat Irak hat sie in ihrem 1992 erschienenen Buch von „Bagdad nach Basra“ so formuliert: „Es gibt Hoffnung für alle Iraker, egal ob Kurden, Sunniten oder Schiiten. Einmal werden wir doch zu Hause sein. Wer weiß, vielleicht geht der Traum bald in Erfüllung.“ Huda Al-Hilali ist 2008 in Hamburg gestorben.
