„Wie unendlich gemütlich war es einst, vor Jahren zu Haus, wenn in der großen Stube die Lichter angezündet waren, der Teekessel sauste; die braunen Kuchen und Pfeffernüsse standen auf dem Tisch; Vater und wir Kinder warteten dort auf Lorenzen und Onkel Woldsen, während drüben in der Wohnstube der Weihnachtstisch arrangiert wurde.“ So erinnerte sich der Dichter Theodor Storm später an die Weihnachtsfeste seiner Kindheit in Husum. Es waren Erinnerungen an eine bessere Zeit, denn viele Jahre seines Berufslebens musste Storm aus politischen Gründen fern seiner Heimat verbringen.
In seinem „Weihnachtslied“ hat Theodor Storm den „frommen Zauber“ aus seiner Kindheit und Jugendzeit in Versform gebracht:
Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht:
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht.
Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.
Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muß ich stehn;
Es sinkt in meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.
Theodor Storm wurde am 14. September 1817 in Husum geboren. Sein Vater war Justizrat, seine Mutter stammte aus einer vornehmen Familie der Stadt. Theodor, der älteste Sohn, besuchte die Husumer Gelehrtenschule und anschließend das Katharineum in Lübeck, die traditionsreiche Gelehrtenschule der Hansestadt. Theodor wuchs in keiner religiösen Familie auf, und er erinnerte sich später: „Von Religion oder Christentum habe ich nie reden hören; ein einziges Mal gingen meine Mutter oder Großmutter wohl zur Kirche, oft war es nicht; mein Vater ging gar nicht, auch von mir wurde es nicht verlangt. So stehe ich dem sehr unbefangen gegenüber; ich habe durchaus keinen Glauben aus der Kindheit her.“ Getauft und konfirmiert wurde Theodor dennoch, das war mehr Konvention und Tradition als innere Überzeugung.
Die Familie Storm war keine Ausnahme, Karl Ernst Lange beschreibt in seinem Buch „Wenn ich doch glauben könnte! Theodor Storm und die Religion“ die damals in Husum herrschenden Unkirchlichkeit. Beispielsweise wurde die Marienkirche im Zentrum der Stadt 1807 abgerissen, aber erst 26 Jahre später durch eine neue Kirche ersetzt, offenbar reichte bis dahin eine kleine Kapelle für Gottesdienste und andere kirchliche Amtshandlungen. Die neue Kirche fand später bei dem berühmtesten Dichter der Stadt kein Wohlwollen, sondern er bezeichnete sie als ein „gelbes, hässliches Kaninchenhaus“.
Die Distanz zu Kirche und Glaube hatte auch Auswirkungen darauf, wie Weihnachten in Husum gefeiert wurde, hat Gerd Eversberg, der Sekretär der Theodor-Storm-Gesellschaft, im Dezember 2011 in einem Beitrag für die „Evangelische Zeitung“ erläutert: „Weihnachten in Husum, das war in bürgerlichen Kreisen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein großes Familienfest, bei dem ausgiebig gegessen und getrunken wurde. Dass es sich um ein Hauptfest der Christenheit handelt … war nach der Zeit der Aufklärung längst in den Hintergrund getreten. Der Familienverband als zentraler Bezugsrahmen, innerhalb dessen sich das Leben des Einzelnen vielfältig entfaltete, benötigte nun einen angemessenen Rahmen. Diesen boten Anlässe wie Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen und eben das Weihnachtsfest, bei dem sich die Großfamilie versammelte …“
Aus dem Fest der Geburt des Heilands ist ein Fest der Familie geworden, „die ihren Mitgliedern Kraft geben kann, um im Leben den Gefährdungen durch die Außenwelt zu widerstehen“. Immerhin erhielt der Schüler Theodor Storm einen soliden Religionsunterricht in der Schule, auf den seine guten Bibelkenntnisse zurückgehen, die später in seinen schriftstellerischen Werken sichtbar wurden.
Schon als Schüler veröffentlichte Theodor Storm erste Gedichte und journalistische Texte in Lokalzeitungen. Vor allem in der Schulzeit am Katharineum in Lübeck wurde er vertraut mit Werken von Dichtern wie Heine, Goethe und Eichendorff. Aber von dort führte kein direkter Weg zum eigenen Dichterleben, sondern Theodor Storm studierte von 1837 an Jura in Kiel und Berlin. Nebenbei schrieb und publizierte er weiterhin Gedichte.
Das Weihnachtsfest 1841 verbrachte der Student Theodor Storm in Kiel, obwohl er lieber in Husum gewesen wäre. Aber wenigstens feierte er mit anderen Husumern zusammen das Fest. Sogar eine prachtvolle Tanne wurde aufgestellt, und die wurde nicht nur mit goldenen Äpfeln, Zuckerzeug und bunten Lichtern verziert, sondern von der Spitze hingen zwei weiße Fahnen herab. Die eine war mit dem Wappen von Schleswig-Holstein verziert und mit dem Wahlspruch der Schleswig-Holsteiner versehen: „Wi laven, dat Sleswig und Holsten bliven ewig tosamende ungedeelt!“. Die andere trug das Wappen der Stadt Husum und einen Vers aus einem alten Studentenlied: „Süßer Traum der Kindertage, kehr noch einmal uns zurück.“ Der brennenden Christbaumkerzen und die Geschenke trugen dazu bei, dass auch in der Fremde eine rechte Weihnachtsstimmung aufkam.
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Jurastudiums kehrte Theodor Storm 1843 nach Husum zurück und eröffnete eine Anwaltskanzlei. Drei Jahre später heiratete er seine 18-jährige Cousine Constanze, mit der er sieben Kinder hatte. Unter dem Eindruck der Liebe zu seiner zukünftigen Frau formulierte Theodor Storm im April 1844 in einem Brief an Constanze: „… glaub es immer, Liebe ist unmittelbare Gottheit. Liebe ist Andacht, ja Liebe ist schon Religion“. Er berief sich darauf, dass in der Bibel zu lesen ist, dass Gott Liebe ist. Ja, so formulierte er sogar: „Gott ist die Liebe. Dieser Satz ist der Höchste des Christentums.“
Nach genauer Lektüre hat Karl Ernst Lange in den „Brautbriefen“ Theodor Storms Gedanken des Religionskritikers Ludwig Feuerbach wiedergefunden, und dazu passt, dass auch Storm der Institution Kirche sehr kritisch gegenüberstand. Er verzichtete auf die „Priestercomödie“ einer Trauung in der Kirche, und deshalb fand die Eheschließung im engsten Familienkreis statt. Die familiäre Liebe war für Theodor Storm von grundlegender Bedeutung. Aus der Überzeugung heraus, dass Gott Liebe ist, zog er den durchaus eigenwilligen Schluss, dass Christus nur ein „halber“ Mensch ohne Weib und Kind gewesen sei. Seine Botschaft sei deshalb unglaubwürdig. Und Jesus am Kreuz war für Theodor Storm, wie er später formulierte, nur ein „Schreckensbild“.
Im Frühjahr 1848 unterstützte Theodor Storm den Aufstand schleswig-holsteinischer Patrioten gegen die dänische Herrschaft, übernahm die Leitung eines patriotischen Gesangsvereins, wurde Sekretär eines patriotischen Hilfsvereins, der Kriegsgefangenen und Verwundeten half, sammelte Geld für deutsche Kriegsschiffe und veröffentlichte Freiheitsgedichte. Außerdem warb er für die Wahlen zur deutschen Nationalversammlung. Theodor Storms Vorbehalte gegenüber der Institution Kirche wuchsen dadurch, dass sich die Kirchenoberen in Schleswig-Holstein in den politischen Konflikten des Jahres 1848 auf die Seite der Obrigkeit stellten. In seinem Gedicht „Gesegnete Mahlzeit“ prangerte der Dichter dieses Bündnis an:
Die Geistlichkeit, die Weltlichkeit,
Wie sie so ganz verstehen sich!
Ich glaube, Gott verzeihe mir,
Sie lieben sich herzinniglich.
Theodor Storm sah in Adel und Kirche „das Gift in den Adern der Nation“, die eine demokratische Entwicklung be- und verhinderten. Die Beschäftigung mit dem Verhältnis des jungen Dichters und Demokraten zu Glauben und Kirche wirft viele Fragen zur gesellschaftlichen Rolle der Kirche und ihrer Positionsbestimmung in der damaligen Zeit auf. Die Frage nach der Distanz von Theodor Storm zur Kirche ist zugleich eine Frage danach, ob und wie sich die Kirche von den Menschen entfremdet hatte, die für Demokratie und Menschenrechte eintraten.
Ungeachtet seiner Distanz zur Institution Kirche unterhielt Theodor Storm freundschaftliche Beziehungen zu einer ganzen Reihe von Pastoren. Karl Ernst Lange hat dies in seinem Buch über Theodor Storm und die Religion erklärt: „Der tiefere Grund, dass Storm mit einer ganzen Reihe von Pastoren freundschaftlich verkehrt hat, liegt darin, dass Storm tolerant war und in dem einzelnen Pastor nicht das Mitglied der Institution Kirche, sondern den Menschen sah, der gebildet war; der dieselben christlich-sittlichen Grundanschauungen vertrat und mit dem man Gespräche führen konnte.“ Und zu dieser Offenheit gehörte auch, dass in einer ganzen Reihe von Werken des Dichters Menschen der Kirche positiv vorkommen. Und er stellte immer wieder dar, wie Liebe und Nächstenliebe sich zum Wohle der Menschen auswirken. Ein dramatischer Höhepunkt ist, als der Deichgraf im „Schimmelreiter“ noch im tödlichen Sturz denkt: „Herr Gott, nimm mich, verschon die Andern!“
Zurück zu den politischen Konflikten Ende der 1840er Jahre. Die unversöhnliche Haltung Theodor Storms gegenüber Dänemark blieb nicht verborgen, zumal er eine Protestadresse verfasst hatte und eine Loyalitätserklärung gegenüber der dänischen Obrigkeit verweigerte, die nach dem niedergeschlagenen Aufstand weiterhin Schleswig-Holstein regierte. Theodor Storm verlor daraufhin 1852 seine Anwaltszulassung. Ihm blieb nichts übrig, als die Heimat zu verlassen und 1853 eine Stellung als Assessor am Kreisgericht in Potsdam anzunehmen. Die ersten zehn Monate musste er ohne jegliche Bezahlung arbeiten, und das magere Gehalt, das er anschließend erhielt, reichte nicht einmal aus, um die Miete für die Wohnung zu bezahlen. Daher war die junge Familie darauf angewiesen, dass der Vater in Husum Geld schickte und die Mutter Lebensmittelpakete.
In der Zeit in Potsdam erschien Theodor Storms bereits 1849 geschriebene Novelle „Immensee“. Schon als Schüler verliebte sich Reinhard Werner in die damals erst fünfjährige Elisabeth. Aber die gegenseitige Liebe blieb unerfüllt, nicht zuletzt deshalb, weil Reinhard Werner den Heimatort verließ, um zu studieren. In diese Studienzeit fällt eine Schlüsselszene der Novelle, ein Weihnachtsfest, das der Student fern der Heimat erlebte. Er verbrachte Heiligabend zusammen mit anderen Studenten im Ratsweinkeller. Als es ans Bezahlen ging, griff Reinhard Werner in die Tasche, aber es war kein einziger Heller darin: „Eine hastige Röte stieg ihm ins Gesicht; er wusste, zu Hause in einer Schublade seines Pultes lagen noch drei Gulden: Er hatte sie zurückgelegt, um ein Weihnachtsgeschenk für Elisabeth dafür zu kaufen, und dann wieder darum vergessen.“
Auf dem Heimweg kam der Student an einem hell erleuchteten Fenster vorbei, und stieg auf das Treppengeländer, um hineinzuschauen, „wie er es zuvor von hungrigen Bettelkindern gesehen hatte“. Der schöne Weihnachtsbaum und die Kerzen erinnerten ihn schmerzhaft an die Weihnachtsfeste seiner Kindheit. Aber auf seinem weiteren Weg durch die nächtliche Stadt wurde er mit der sozialen Wirklichkeit konfrontiert: „Scharen von Bettelkindern gingen von Haus zu Haus oder stiegen auf die Treppengeländer und suchten durch die Fenster einen Blick in die versagte Herrlichkeit zu gewinnen.“ Hier ist nichts mehr von der Biedermeieridylle der damaligen Zeit übrig geblieben, hier setzt sich ein Dichter mit den krassen sozialen Unterschieden der Gesellschaft auseinander.
In seinem Studentenzimmer angekommen, erwartete Reinhard Werner ein großes gemeinsames Weihnachtspaket von Elisabeth und seiner Mutter, dem schon der süße Duft von braunem Festkuchen entströmte, bevor er es geöffnet hatte. Ob der vielen Geschenke wurde ihm umso schmerzlicher bewusst, dass er Elisabeth kein Paket geschickt hatte, nicht einmal die selbst geschriebenen Märchen, die er ihr beim Abschied versprochen hatte. Der endgültige Bruch zwischen den beiden jungen Leuten deutete sich hier bereits an.
Die kleinen Bettelkinder auf der Straße kamen dem Studenten auch in diesem Augenblick nicht aus dem Sinn, und so ging er hinaus und verteilte die Hälfte des Kuchens, den er gerade erhalten hatte, an sie. Wenigstens für diese Kinder hatte der Weihnachtsabend einen glücklichen Ausgang. Der Dichter beschrieb und lebte Weihnachten nicht als heile Welt, betont der Storm-Kenner Gerd Eversberg: „Theodor Storm versucht im Weihnachtsfest nicht nur den Zauber der Weihnacht in seiner Kindheit in einer jährlich wiederkehrenden Erinnerungsfeier zu bewahren; er hat auch von der Gefährdung des bürgerlichen Lebens gewusst, von den Widersprüchen zwischen der inneren Welt der Familie und dem harten Leben draußen.“
1856 wurde Theodor Storm zum preußischen Kreisrichter in Heiligenstadt in Thüringen berufen. Dieser berufliche Aufstieg war allerdings nicht mit einem Gehalt verbunden, das hoch genug gewesen wäre, um auch nur eine bescheidene Lebensführung der Familie zu ermöglichen. So war der Richter weiterhin auf die finanzielle Unterstützung seines Vaters angewiesen. Und viel lieber hätte Theodor Storm in seiner Heimatstadt Husum gelebt. Einen Weihnachtsbrief an seine Schwiegereltern begann er 1861 mit den Sätzen: „Es wird Weihnachten, und man denkt noch mehr und inniger nach Hause als sonst, wenn auch ebenso vergeblich.“
Der Aufenthalt in Heiligenstadt, einer Kleinstadt im tief katholischen Eichsfeld, veranlasste Theodor Storm, sich erneut intensiv mit Fragen von Religion und Glauben auseinanderzusetzen. 1863 veröffentlichte er das Bekenntnisgedicht „Ein Sterbender“, und einige Zeilen dieses Gedichtes gelten als so etwas wie das Vermächtnis des Dichters:
Auch bleib der Priester meinem Grabe fern.
Zwar sind es Worte, die der Wind verweht;
Doch will es sich nicht schicken, dass Protest
Gepredigt werde dem, was ich gewesen,
Indes ich ruh’ im Bann des ew’gen Schweigens.
Aber trotz der Ablehnung der christlichen Kirche behielt Weihnachten eine große Bedeutung für Theodor Storm, wie sich seine Tochter Gertrud später erinnerte: „Unser Vater war ein echter, rechter Weihnachtsmann, er wusste jedes Fest erst recht zu einem Feste zu gestalten. Den ganzen Zauber der Weihnacht seiner Kindheit wusste er in unsere Weihnacht zu übertragen.“ Tagelang bereitete der Vater die Geschenke vor, anschließend durften die älteren Kinder ihm beim Schmücken des Baums helfen. Auch wurde ein Bäumchen für arme Kinder vom Taschengeld der Stormkinder gekauft und geschmückt. Und wenn große Scharen armer Kinder vorbeikamen, stand ein Korb mit Gebäck für die kleinen Sänger bereit.
Unvergessen blieben die abendlichen Weihnachtsfeiern der Familie, zu denen mit einer silbernen Glocke gerufen wurde. Dazu noch einmal die Erinnerungen von Gertrud Storm: „Unser Karl setzt sich ans Klavier und stimmt leise an: ‚Stille Nacht, heilige Nacht’. Wir alle stimmen ein. Das Weihnachtslied ist verklungen, wir umstehen den Baum und lassen die Wunder der Weihnacht still auf uns wirken.“ Es folgt die Bescherung, und dann wartet noch ein besonderes Erlebnis auf die Familie. Auf dem Vorplatz ist ein Kind zu hören, das „O du fröhliche“ singt, der Vater erhebt sich und holt das Bettelmädchen ins Haus. Die Mutter schüttet dem Mädchen einen Teller voll Weihnachtskuchen in die Schürze. „Voll leuchtenden Dankes schaut das Kind zu Mütterchen auf, wirft noch einen scheuen Blick auf all den Lichterglanz und die strahlenden Gesichter und fort ist sie, die kleine Lichtgestalt; denn so erschien sie uns trotz ihre Lumpen.“
Theodor Storm hat in dem Gedicht „Weihnachtsabend“ das tiefe Elend in einer fremden Stadt zum Thema gemacht. Während er durch die Stadt geht, denkt er an die eigenen Kinder zu Hause.
Und wie der Menschenstrom mich fortspült,
Drang mir ein leises Stimmlein in das Ohr:
„Kauft, lieber Herr!“ Ein magres Händchen hielt
Feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.
Er sieht im Vorbeigehen ein bleiches Kindergesicht, hört das ständige Rufen des Kindes. Aber er geht weiter („War’s Ungeschick, war es die Scham“), bis die Stimme des Kindes nicht mehr zu hören ist.
Doch als ich endlich war mit mir allein,
Erfasste mich die Angst im Herzen so,
Als säß mein eigen Kind auf jenem Stein,
Und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.
Die Begegnung mit dem Elend vieler Kinder in Großstädten wie dem Berlin des 19. Jahrhunderts, Theodor Storm reagierte darauf in diesem Gedicht erst mit hilfloser Flucht und dann mit Angst im Herzen – eine Angst, aus der das Eintreten für die Armen und Getretenen wurde. Zu Recht hat Siegfried Lenz über Theodor Storm geschrieben: „Er erregte sich über soziale Missstände und veröffentlichte seinen Protest in Novellen.“
In Heilgenstadt verfasste Theodor Storm 1862 ein weiteres Gedicht, ein inzwischen berühmtes Gedicht, das von Generationen von Schulkindern auswendig gelernt worden ist, „Knecht Ruprecht“. Als ich es nach Jahren wieder einmal gelesen habe, erinnerte ich mich an meine eigene Schulzeit, wo auch ich es auswendig gelernt hatte. Viele Zeilen waren mir in Erinnerung geblieben. Und umso größer war das Erschrecken über manche Aussagen des Weihnachtsgedichts. Hier ist zunächst einmal der vollständige Text des Gedichts:
Von drauß’ vom Walde komm ich her,
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor,
Und wie ich so strolch durch den finstern, dichten Tann,
Da rief’s mit heller Stimme an.
„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt’ und Jung sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!“
Ich sprach: „O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo’s eitel brave Kinder hat.“
„Hast denn das Säcklein auch bei dir?“
Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier;
Denn Apfel, Nuß und Mandelkern
Fressen Fromme Kinder gern.“
„Hast denn die Rute auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier.
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten.“
Christkindlein sprach: „So ist es recht,
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“
Von drauß’ vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s erhinnen find!
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?
Die Darstellung des „Christkindleins“ kann befremden, wird es doch im Gedicht gefragt: „Hast denn die Rute auch bei dir?“ Das kann man dem Boten Gottes nur in den Mund legen, wenn man die im Neuen Testament überlieferten Aussagen Jesu über Kinder ignoriert. Werdet wie die Kinder, hatte Jesus gesagt, und lasst die Kinder zu mir kommen. Diese liebevollen Aussagen verbieten es eigentlich, das Christkind als Gewährsperson für eine Pädagogik zu missbrauchen, die auf Prügel mit der Rute setzt.
Dieses Gedicht muss umso mehr überraschen, als Theodor Storm sich für ein demokratisches Erziehungsprogramm einsetzte, das an den Realitäten des preußisch und monarchistisch geprägten Deutschland scheiterte. Wie tief muss die Ruten-Pädagogik in der damaligen Gesellschaft verwurzelt gewesen sein, dass selbst ein aufrechter Demokrat und humanistischer Denker sie in Verse fasste?
Wir finden das Gedicht vom Knecht Ruprecht in der 1852 erschienenen Erzählung „Unter dem Tannenbaum“.
Die Erzählung hat deutliche autobiografische Anklänge, handelt sie doch von einem Amtsrichter, der fern der Heimat mit seiner Familie Weihnachten feiern muss. Über den Amtsrichter heißt es gleich auf der ersten Seite der Erzählung: „… in dem Tone des Amtsrichters war etwas von der Härte jenes nördlichsten deutschen Volksstammes, der vor wenigen Jahren, und diesmal vergeblich, in einem seiner alten Kämpfe mit dem fremden Nachbarvolk geblutet hatte“. Die Erzählung stellt die Sehnsucht nach der Heimat, die der Amtsrichter verlassen musste, und heimatliche Weihnachtstraditionen in den Mittelpunkt, während religiöse Themen keine größere Bedeutung haben. Der braune Weihnachtskuchen, der wie Zuhause schmeckt, scheint ein größeres Gewicht als die biblischen Geschichten um die Geburt Jesu zu haben.
Der Amtsrichter sagt: „Was für gute Geister aus diesem Kuchen steigen … ich sehe plötzlich, wie es daheim in dem alten steinernen Hause Weihnacht wird.“ Der Kuchen lässt Erinnerungen an die Weihnachtstage zu Hause wach werden, und der Amtsrichter schließt an diese Erinnerungen die Sätze an: „Es tut nicht gut, in die Fremde zu gehen … wenn man daheim schon am eigenen Herd gesessen hat. – Mir ist noch immer, als sei ich hier nur zu Gaste, und morgen oder übermorgen sei die Zeit herum, dass wir alle wieder nach Hause müssten.“
Zunächst gibt es in dieser Novelle zum Weihnachtsfest in der Fremde nicht einmal einen Weihnachtsbaum. Dafür erinnern sich der Amtsrichter und sein Sohn Harro an das letzte Weihnachtsfest in der Heimat, als ein Onkel als Knecht Ruprecht auftrat. An dieser Stelle wird das Gedicht vom Knecht Ruprecht in die Erzählung eingeflochten. Der Amtsrichter erinnert sich, dass er Knecht Ruprecht über seinen Sohn gesagt hatte:
Der Junge ist von Herzen gut,
Hat nur mitunter was trotzigen Mut!
Ein Ausspruch von Knecht Ruprecht veranlasste den Sohn zu großem Geschrei:
Heißt es bei euch denn nicht mitunter:
Nieder den Kopf und die Hosen herunter?
Harro erinnert sich so an dieses Geschehen, dass er sich nicht gefürchtet hatte, sondern wütend auf seinen Onkel war, den er in der Verkleidung von Knecht Ruprecht erkannt hatte. Aber das ändert nichts an der Propagierung von Prügel als probatem Instrument der Pädagogik. In der Erzählung von Theodor Storm tritt Knecht Ruprecht dann doch noch beim Weihnachtsfest in der Fremde auf, nicht als Rutenträger, sondern als derjenige, der der Familie des Amtsrichters einen Tannenbaum samt Wachskerzen und Weihnachtsschmuck bringt. Und es kommen erneut Erinnerungen an die Heimat auf.
Harro holt eine Figur aus Zuckerzeug, die vom letzten Weihnachtsfest in der Heimat übrig geblieben ist, hervor. Es ist ein Dragoner auf einem schwarzen Pferd, der den Amtsrichter an „unser schönes Heer“ in der Heimat erinnert, ohne dessen Auflösung die Familie wohl noch zu Hause wäre. Am Ende der Erzählung öffnet der Amtsrichter das Fenster des Wohnzimmers und blickt auf das Schneefeld und die Wolken, die dorthin jagen, „wo in unsichtbarer Ferne ihre Heimat lag“.
Zwei Jahre nach der Entstehung dieser Novelle konnte Theodor Storm 1864 mit seiner Familie nach Husum zurückkehren, denn er war zum Landvogt gewählt worden, nachdem preußische und österreichische Truppen die dänische Herrschaft über Schleswig-Holstein gewaltsam beendet hatten. Allerdings musste der neue Landvogt erleben, dass seine Heimat nicht die Freiheit errungen hatte, sondern nun unter preußischer Herrschaft stand. Die erhoffte Demokratie wurde nicht eingeführt.
Ein Jahr nach der Rückkehr starb Constanze Storm bei der Geburt ihres siebten Kindes.
Der Tod der geliebten Frau stürzte Theodor Storm in eine tiefe Krise, auch eine religiöse Krise. Auguste Jebens, die ihm damals den Haushalt führte, hat dies später beschrieben: „In dieser Zeit … beschäftigte ihn viel der Gedanke der Unsterblichkeit. ‚Wenn ich doch glauben könnte’, die Worte habe ich oft von ihm gehört. Ich weiß es und sah es, wie er unter seiner Überzeugung litt.“ Und zu diesem Leiden gehörte es, sich einen Tod ohne die Hoffnung auf ein Jenseits vorzustellen. Theodor Storm hat dies schonungslos in diesem Vers des Gedichtes "Tiefe Schatten" getan:
Doch, unerbittlich Licht dringt ein;
Und vor mir dehnt es sich,
Öde, voll Entsetzen der Einsamkeit;
Dort in der Ferne ahn’ ich den Abgrund;
Darin das Nichts.
In der bedrückenden Zeit nach dem Tod seiner geliebten Frau Constanze verfasste Theodor Storm auch ein Gedicht, das Husum für immer den Ruf der „grauen Stadt am Meer“ eintrug. Theodor Storm schrieb in einem Brief an seinen Sohn in Berlin, wie er das erste Weihnachten ohne seine verstorbene Frau verbrachte: „Eine rechte Weihnachtsstimmung wollte in mir nicht aufkommen, die äußeren Verhältnisse sind zu widerwärtig … Mutter fehlt uns doch. Dann wäre alles zu ertragen gewesen, wenn sie mir nur geblieben.“
Siegfried Lenz hat in einem Porträt Theodor Storms geschrieben: „Es gibt kaum einen Schriftsteller, dessen Werk so von Wehmut getränkt, so vom Endlichkeitsbewusstsein erfüllt ist; Verfallenheit an die Zeit ist immer gegenwärtig, keiner entgeht dunkler Ach-wie-bald-Stimmung. Um dieser elegischen Stimmung zu entkommen, sie zumindest erträglich zu machen, setzt ihr der grübelnde Geist eine Hoffnung, einen Traum entgegen: den Traum von Dauer. Den einzulösen, bietet sich naturgemäß zunächst die Familie an. In ihr wird sozusagen der Stab weitergegeben, in ihr wird bewahrt und erinnert, entwickelte Tradition fortgesetzt …“
Nach dem Trauerjahr heiratete Theodor Storm 1866 Dorothea Jensen, in die er sich schon als junger Mann verliebt hatte. Aber das neue Glück veränderte die berufliche Last des Dichters nicht. Theodor Storm musste sich als preußischer Richter mit Fällen von außerehelicher Schwängerung, des Pflügens während der Gottesdienstzeit und der widerrechtlichen Beseitigung eines Zauns befassen, während er doch lieber Gedichte und Novellen geschrieben hätte. Mit dem Richteramt waren auch ermüdende Reisen durch Nordfriesland verbunden, zum Beispiel eine Fahrt mit dem Postschiff nach Nordstrand und dort zu Fuß „auf unergründlichen Wegen“ zum Gerichtshaus, wo stundenlange Verhöre folgten. Theodor Storm nahm seine Aufgaben getreulich wahr, auch wenn er gegenüber dem preußischen Staat skeptisch bis ablehnend eingestellt war. Über die erfolgreichen preußischen Kriege äußerte er: „Mein Hauptgefühl bei diesen ewigen Kriegen ist Ekel.“
Theodor Storm, wurde bereits deutlich, hat sich der „sozialen Frage“ der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts intensiv zugewandt, ganz im Gegensatz zu vielen „Heimatdichtern“ seiner Zeit. Das zeigt sich zum Beispiel auch in der 1874 veröffentlichten Novelle „Pole Poppenspäler“. Theodor Storm setzte sich darin mit den Vorurteilen gegen das „fahrende Volk“ auseinander und stellte sich diesen Vorurteilen entgegen. Die Geschichte hatte einen realen Hintergrund, den Storm in einem Brief an seine Eltern am 8. Februar 1864 beschrieb. Sein ältester Sohn Hans hatte einen „Zigeuner“, der unschuldig festgenommen worden war, im elterlichen Haus beköstigt und dann dessen Aufnahme in ein städtisches Armenhaus erreicht.
Im Mittelpunkt der Novelle stehen der „typische Friese“ Paul Paulsen und seine Frau Lisei, braun und mit tiefschwarzen Augen. Kennengelernt haben sie sich, als das Kind Lisei mit ihren Eltern, zwei Puppenspielern, in die Stadt kam. Der Junge Paul unterstützte die neunjährige Lisei beim Einkaufen und erhielt dafür eine Freikarte für eine Aufführung des Marionettentheaters. Er war fasziniert von dem Theater und den Figuren, machte aber den Kasper kaputt, als er mit Lisei verbotenerweise damit spielte. Nach manchen Verwicklungen reparierte schließlich Pauls Vater die Figur. Jahre später trafen sich Paul und Lisei in Süddeutschland wieder und heirateten. In der Heimatstadt von Paul Paulsen sah sich das ungleiche Paar Vorurteilen, Klatsch und Tratsch ausgesetzt, konnte sich aber darüber hinwegsetzen. Allerdings scheiterte der Versuch, unter Mitwirkung von Liseis Vater wieder ein Puppentheaterstück aufzuführen. Die Aufführung wurde gestört und musste abgebrochen werden. Die Zeit, so wird deutlich, war über diese Kunst hinweggegangen.
Gravierende soziale Veränderungsprozesse können den Künstlern ihre Arbeits- und Lebensgrundlage rauben, können wir aus „Pole Poppenspäler“ lernen. Und auch, dass man sich gegen soziale Zwänge und Konventionen zur Wehr setzen kann. Siegfried Lenz hat anerkennend über diese Novelle geschrieben: „Wie beherzt hat Storm in dieser Novelle Partei genommen für das ‚fahrende Volk’, wie kunstvoll hat er die Vorurteile eines selbstgerechten Bürgertums widerlegt.“
Theodor Storm hatte die „Gründerjahre“ nach der Entstehung des Deutschen Reiches 1871 miterlebt, aber ließ sich nicht blenden. Er blieb sowohl Adel als auch Bürgertum gegenüber skeptisch eingestellt und ergriff Partei für die Opfer von sozialem Unrecht. Dabei trat er nicht nur für einzelne wohltätige Handlungen ein, sondern für ein Ende von Standesdünkel und Diskriminierungen. Er war im positiven Sinne heimatverbunden, ohne einem dumpfen Lokalpatriotismus zu verfallen. Wie mit seiner positiven Darstellung der Puppenspieler in „Pole Poppenspäler“ stand Theodor Storm mit seinen Appellen an das soziale Verantwortungsbewusstsein in den bürgerlichen Kreisen des Kaiserreiches auf recht einsamem Posten, aber dies mit einer nordfriesischen Beharrlichkeit.
Einen Jesus, der sich wie er selbst auf die Seite der Armen gestellt hatte, lernte der Dichter durch seine Kirche offenkundig nicht kennen. Das lässt die Befürchtung aufkommen, dass die Kirche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht nur große Teile der Arbeiterschaft verloren hat, sondern auch manche sozial verantwortungsbewusste Mitglieder des Bürgertums. Theodor Storm war kein revolutionärer Dichter, aber auch niemand, der soziale Probleme verharmloste oder ignorierte. Und er blieb trotz aller Vorbehalte gegen den Glauben, wie er ihn in der Kirche kennenlernte, ein Weihnachtsmensch, der gerade zu Weihnachten die sozialen Probleme wahrnahm und zum Thema machte.
1880 trat Theodor Storm erleichtert in den vorzeitigen Ruhestand und konnte sich nun endlich ganz seinem literarischen Schaffen widmen. Allerdings machten sich bald die Gebrechen des Alters bemerkbar. Im Rückblick auf das Jahr 1886 vertraute er dem Schriftsteller Gottfried Keller in Zürich an: „Im vorigen Jahr kroch ich aus dem Bett und setzte mich im halben Fieber vor den Weihnachtsbaum, der in der kleinen Stube unweit meinem Krankenzimmer hergerichtet war, und Frau und Kinder weinten heimlich, weil sie mich sterbend glaubten.“
Ein Jahr später feierte Theodor Storm sein letztes Weihnachtsfest, bei dem längst nicht mehr alle Kinder zu Hause waren und an das sich Gertrud Storm so erinnert: „Noch einmal, ein letztes Mal, wird es für unseren lieben Vater ‚Weihnachten’. Zum ersten Male fehlt eines seiner Kinder ganz, auch seine liebevollsten Gedanken vermögen es nicht mehr zu erreichen. Unser ältester Bruder Hans ist von uns gegangen. Der Baum steht noch einmal in vollem Lichterglanz, die Flügeltüren öffnen sich weit. Vater legt den Arm um Mütterchen, wir, die keine Kinder mehr sind, umstehen das Klavier und Karl stimmte leise an: ‚Stille Nacht, heilige Nacht’. Wie wir an die Stellen kommen ‚Schlaf in himmlischer Ruh’, da breitet Vater die Arme aus, Tränen stürzen aus seinen lieben Augen und leise hören wir ihn die Worte sprechen: ‚Unten in Bayern, da ist ein einsames Grab, darüber weht der Wind, und der Schnee fällt in dicken Flocken drauf.’ Wir singen nicht weiter, wir gehen zu ihm und nehmen sanft seine lieben Hände, und eine schmerzliche Ahnung, dass wir wohl so zum letzten Male mit unserem lieben kleinen Vater unter dem brennenden Lichterbaum stehen, durchzittert unsere Herzen.“
Im April 1888 erschien noch einmal ein neues Werk des Schriftstellers, die Novelle „Der Schimmelreiter“, die Theodor Storm berühmt machen sollte. Am 4. Juli 1888 starb er im Kreis seiner großen Familie. Drei Tage später wurde er beigesetzt. Seinem Wunsch entsprechend wurde kein Wort gesprochen, als sein Sarg in die Gruft hinabgesenkt wurde. Die vier Jahrzehnte vorher formulierte Gedichtzeile: „Auch bleib der Priester meinem Grabe fern“ blieb seine persönliche Überzeugung bis zum Tode, und deshalb gab er seinem Sohn Ernst vor seinem Tode den Auftrag, dafür zu sorgen, dass kein Geistlicher als Priester seinem Begräbnis beiwohnen würde. So schroff diese Forderung klingen mag, so war sie vor allem eine Absage an die Kirchlichkeit, wie Theodor Storm sie erlebt hatte. Karl Ernst Lange schreibt in einem Buch über das Verhältnis des Dichters zur christlichen Religion: „… Storm hat sich allezeit mit dem Gott der Liebe, dem Guten und der Verantwortung dem Nächsten gegenüber verpflichtet gefühlt. In diesem Sinne war er religiös.“
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lesetipp:
Die Weihnachtsgeschichte - Fakten, Legenden und tiefere Bedeutung
Viele haben sich im Weihnachtsgottesdienst schon gefragt, ob die Geschichten von der Geburt und Kindheit Jesu Legenden sind, vielleicht sogar Märchen. In diesem Buch wird fundiert und anschaulich dargestellt, was heute über das damalige Geschehen bekannt. Es wird deutlich, dass viele legendarische Texte die Glaubensüberzeugungen der Jesusbewegung zum Ausdruck bringen und auch heute noch eine religiöse Orientierung bieten. Ausführlich wird das damalige Leben in Palästina unter der Herrschaft des römischen Imperiums dargestellt. Es hatte überraschende Ähnlichkeiten mit heutigen Imperien. Der Autor stellt außerdem ausführlich dar, was es bedeutet, dass Jesus, seine Familie und die meisten Menschen, die in den ersten Kapiteln der Evangelien Juden waren.
Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier.
