Foto: Hinnerk11, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons
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China – das Generalkonsulat in Hamburg

Die diplomatischen Beziehungen zwischen China und dem damaligen Preußen reichen bis ins Jahr 1861 zurück. Die chinesische Regierung maß diesen Beziehungen zunächst keine große Bedeutung bei und eröffnete erst 1877 eine Botschaft in Berlin, inzwischen die Hauptstadt des Deutschen Reiches. Vom Recht, in Hamburg ein Konsulat zu eröffnen, machte die Republik China erst 1921 Gebrauch. Zunächst beschränkte das Land sich auf die Ernennung eines Honorarkonsuls, des Kaufmanns Augustus Vorwerk. Sein Landhaus, die „Villa Josepha“, an der Elbchaussee 268, ist erhalten geblieben. Es steht westlich vom heutigen Internationalen Seegerichtshof. Das Haus ist 1883 nach Plänen des Architekten Martin Haller entstanden und ein typischer Bau des Historismus der Kaiserzeit. Das Konsulat befand sich nicht dort, sondern in den Geschäftsräumen der Gebrüder Vorwerk in der Hamburger Innenstadt.

 

Erst 1927 entsandte die Republik China einen chinesischen Generalkonsul nach Hamburg. Damals gab es bereits einen regen Schiffsverkehr zwischen China und Hamburg. Chinesische Einwanderer hatten sich an der Schmuckstraße in St. Pauli angesiedelt und betrieben dort unter anderem Geschäfte, Restaurants und Wäschereien. Die konsularischen Vertreter Chinas wechselten in den folgenden Jahren häufig. Das Generalkonsulat musste 1941 geschlossen werden, nachdem die Republik China dem Deutschen Reich den Krieg erklärt hatte.

 

Im Mai 1947 öffnete ein neues chinesisches Konsulat in Hamburg. Es vertrat die Interessen der Nationalregierung, die sich im Krieg mit den Truppen der Kommunistischen Partei Chinas befand. Nach dem Sieg der Kommunisten und der Flucht der Nationalregierung nach Taiwan schloss das Konsulat im Januar 1950. Erst 1972 nahmen die Volksrepublik China und die Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen auf. 1984 eröffnete die VR China ihr erstes Generalkonsulat in Deutschland in Hamburg. Es befand sich zunächst an der Alster und zog 1992 in die Villa Elbchaussee 268. Diese Villa entstand 1907 nach Plänen des Architekturbüros Lundt & Kallmorgen. Dies Architekturbüro entwarf zahlreiche Bauten in Hamburg, zum Beispiel das Hanseatische Oberlandesgericht und das Thalia Theater. Die Villa an der Elbchaussee steht unter Denkmalschutz.

 

Bauherr der Villa war der Kaufmann J. C. Lecke. Zu seinen Verwandten gehörte Dr. Erich Paulun, der seit 1899 als Arzt in China arbeitete. Er gründete 1907 das Tongji-Hospital für mittellose chinesische Patienten in Shanghai. Das Krankenhaus ergänzte er durch eine Sprachenschule und eine Medizinschule. Daraus ist später die Tongji-Universität hervorgegangen, als deren Gründungsdirektor Erich Paulun angesehen wird. Das China Centrum der Universität Tübingen würdigt den Arzt so: „Er gilt bis heute als einer der bedeutenden Brückenbauer der kulturellen Verbindung zwischen Deutschland und China und ist ein Vorbild für die partnerschaftliche Zusammenarbeit beider Länder.“ Er starb bereits 1909 in China. Seine Frau kehrte mit den Kindern nach Deutschland zurück und lebte bis zu ihrem Tod 1962 in der Villa der Familie an der Elbchaussee.

 

Die chinesische Vertretung ist für den Konsulatsbezirk der Bundesländer Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zuständig. Allein in Hamburg wohnen über 10.000 Chinesinnen und Chinesen, mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. Neben ihren konsularischen Aufgaben bildet die Förderung der Wirtschaftsbeziehungen einen Schwerpunkt der Arbeit des Generalkonsulats. In Hamburg sind mehr als 500 chinesische Unternehmen vertreten, und der Hamburger Hafen hat eine große Bedeutung für den Außenhandel ihres Landes. Umgekehrt sind etwa 800 Hamburger Unternehmen mit Zweigstellen und Büros in China vertreten, vor allem in Hamburgs Partnerstadt Shanghai. Ein weiteres Anliegen der chinesischen Vertretung ist die Förderung des kulturellen und wissenschaftlichen Austausches.