Etwas abgelegen hinter dem Museum MARKK kann ein wertvoller chinesischer Garten mit Teehaus und Teepavillon besucht werden. Das Restaurant und Kulturzentrum Yu Garden. Die Gebäude und die Gartenanlage ist dem berühmten Shanghai Yu Yuan (Yu-Garten) nachempfunden. Dieser Garten entstand im 16. Jahrhundert und gilt als eines der schönsten Beispiele chinesischer Gartenkunst. Der Yu-Garten war zunächst der Privatgarten eines hohen Beamten. Er wurde während der kriegerischen Auseinandersetzungen in China im 19. und 20. Jahrhundert stark beschädigt und erst Ende der 1950er Jahre renoviert und anschließend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Dass Hamburg einen Yu Garden besitzt, ist der Städtepartnerschaft zwischen Shanghai und Hamburg zu verdanken, die 1986 vereinbart wurde. Neben dem wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Austausch war bereits damals ein intensiver kultureller Austausch geplant. Ein wichtiges Projekt wurde der Yu Garden in Hamburg. Im Jahr 2007 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung und in China traten Kiefernholz, traditionelle Dachziegel und weitere Baumaterialien in mehr als 40 Seecontainern die Reise nach Hamburg an. Hamburg stellte das Grundstück für den Garten zur Verfügung und chinesische Handwerker und Ingenieure bauten daraus ein gelungenes Beispiel für eine traditionelle chinesische Architektur.
Es entstanden ein Teehaus, in dem ein chinesisches Restaurant untergebracht ist, und ein Teepavillon. Zur Gartenanlage gehören eine Terrasse und eine neu angelegte Wasserfläche mit einem Wasserfall. Das große chinesische Tor mit zwei steinernen Löwen steht für alle offen, auch wenn sie nicht das Restaurant oder Veranstaltungen besuchen.
Bereits 2020 musste Yu Garden umfassend saniert werden. Es dient nun erneut dem kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen China und Deutschland. Zur Förderung der Wirtschaftsbeziehungen der beiden Partnerstädte werden chinesische und deutsche Unternehmen durch eine „Geschäftsbetreuung“ dabei beraten, wie sie im jeweils anderen Land Handelsbeziehungen aufbauen und Investitionen tätigen können. Dabei orientiert man sich an Konfuzius: „Die Weisheit des Konfuzius umfasst auch das Wirtschaftsleben, und da geht es um Gewinn und Gewinnmaximierung.“
Teehaus und Teepavillon bieten ein breites gastronomisches Angebot. Es ist auch möglich, hier standesamtlich zu heiraten und anschließend zu feiern. Gerade in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Spannungen zwischen China und Deutschland ist es wichtig, kulturelle Brücken zu bauen.
© Frank Kürschner-Pelkmann

