Zahl der Superreichen in Deutschland stieg 2025 um ein Viertel

Der Yachthafen in Monaco gehört zu den Treffpunkten der Superreichen. Foto: Reinhard Wolf, Talstraße 13, 63128 Dietzenbach. (selbst fotografiert), CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons
Der Yachthafen in Monaco gehört zu den Treffpunkten der Superreichen. Foto: Reinhard Wolf, Talstraße 13, 63128 Dietzenbach. (selbst fotografiert), CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons

Wer mehr als 100 Millionen Dollar besitzt, gilt als superreich. In Deutschland gehören rund 5.000 Menschen zu den Superreichen. Das geht aus dem diesjährigen „Global Wealth Report“ der Boston Consutling Group (BCG) hervor. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass die Zahl der Superreichen 2025 um etwa 1.100 gegenüber dem Jahr 2024 gestiegen ist. Sie besitzen 27,3 Prozent des Finanzvermögens in Deutschland. Wie einem Beitrag auf tagesschau.de vom 27.5.2026 über den „Global Wealth Report“ hervorgeht, profitierten Superreiche im vergangenen Jahr vor allem von Gewinnen an den Aktienmärkten.

 

Weltweit gibt es nach den BCG-Berechnungen 97 000 Superreiche. In Deutschland leben also etwas mehr als fünf Prozent von ihnen. Der Anteil der Deutschen an der Weltbevölkerung beträgt nur etwa ein Prozent.

 

Nach einer Prognose im BCG-Bericht der Anteil der Superreichen am deutschen Finanzvermögen bis 2030 auf 29 Prozent steigen. Michael Kahlich, BCG-Partner in Zürich und Co-Autor der Studie äußerte zu dieser Prognose: „Die Konzentration des Vermögens an der Spitze nimmt weiter zu - wer mehr hat, kann breiter streuen und in renditestärkere Anlageklassen wie Aktien oder Private Equity investieren. Das beschleunigt den Vermögensaufbau strukturell.

 

Zum Finanzvermögen zählen Bargeld, Kontoguthaben, Aktien, Anleihen, Lebensversicherungen, Fonds und Pensionen. Auch werden Sachwerte wie Immobilien und Edelmetalle in die Berechnungen einbezogen sowie Verbindlichkeiten berücksichtigt.

  

Die Forderung nach Einsparungen im Sozialsystem

Am gleichen Tag, an dem tagesschau.de über die steigende Zahl der Superreichen berichtete, wurde auch ein Beitrag über das Frühjahrsgutachten der „Wirtschaftsweisen“ veröffentlicht. In dem Gutachten werden Reformen in der Sozialversicherung gefordert, die zu Kostensenkungen führen sollen. In dem tagesschu.de-Beitrag hießt es:

 

„Ein Mitglied des Rates, Achim Truger, hat sich jedoch im Frühjahrsgutachten gegen einige Punkte ausgesprochen und zwei Minderheitsvoten verfasst. Die Durchführung einiger radikaler Vorschläge würden seiner Ansicht nach die Altersarmut verschärfen. ‚Umverteilung von unten nach oben und soziale Härten wären die Folge‘, schreibt der Professor an der Universität Duisburg-Essen in seiner Kolumne im Wirtschaftsmagazin Surplus.

 

Konkret würden die Vorschläge bei der gesetzlichen Krankenversicherung ‚schnell zu einer kräftigen Absenkung des Rentenniveaus von aktuell noch etwa 48 Prozent des letzten Bruttoverdienstes um viele Prozentpunkte in Richtung 40 Prozent führen‘. Bei Umsetzung der Vorschläge in der Pflegeversicherung sei mit einer drastisch steigenden finanziellen Belastung für die Bedürftigen und einem drastischen Anstieg der Anzahl der Empfängerinnen und Empfänger von Sozialhilfeleistungen zu rechnen, so Truger."

 

 © Frank Kürschner-Pelkmann