Viktoriasee – der größte afrikanische See mit komplexen Problemen

Der Viktoriasee ist mit 68.800 qkm der größte See Afrikas und zugleich der weltweit größte tropische See. Er hat eine durchschnittliche Tiefe von etwa 40 Metern. Anrainerstaaten des Sees sind Kenia, Tansania und Uganda. Zuflüsse des Sees entspringen in diesen Staaten sowie in Ruanda und Burundi. Etwa 80% des Wassers, das den See speist, erreicht ihn in Form von Niederschlägen.

 

 

Ein Bündel von Problemen

In einem Einzugsgebiet von etwa 200.000 qkm leben 45 Millionen Menschen. Das Bevölkerungswachstum beträgt etwa 3,5%, ein im internationalen Vergleich sehr hoher Wert. Die Bevölkerung am Viktoriasee lebt überwiegend von Landwirtschaft und Fischerei. Fisch ist auch eine wichtige Nahrungsquelle im weiten Umkreis des Sees. Der wachsende Energiebedarf der Bevölkerung und der Industrie hat Uganda veranlasst, eine Reihe von Wasserkraftwerken zu bauen, was aber zu einigen Konflikten und Problemen geführt hat.

 

Ungereinigte städtische Abwässer sowie die Abwässer von Industrie und Bergbauunternehmen haben die Wasserqualität des Viktoriasees stark beeinträchtigt. Das Gleiche gilt für die Einleitungen der Landwirtschaft mit Düngemitteln und Pestiziden. Das gefährdet die Trinkwasserversorgung der Städte im Viktoriasee und beeinträchtigt die Tier- und Pflanzenwelt des Sees. Die Zerstörung von Feuchtgebieten hat die Selbstreinigungskraft des Sees erheblich vermindert. Die Menge und Qualität des Wassers, das in den Weißen Nil fließt, hat eine existenzielle Bedeutung für die Länder Südsudan, Sudan und Ägypten.

 

Die Zukunft des Viktoriasees hängt nicht nur stark von Veränderungen des Klimas ab, sondern auch der See selbst hat einen großen Einfluss auf das Klima in seinem Einzugsgebiet. So verändert eine steigende Wassertemperatur das Klima in der Region. Deshalb ist es beunruhigend, dass sich die durchschnittliche Wassertemperatur in den letzten Jahren deutlich erhöht hat. Die dadurch zu erwartende höhere Niederschlagsmenge wird voraussichtlich dazu führen, dass einige Regionen deutlich mehr Regen zu erwarten haben, andere hingegen weniger. Es muss befürchtet werden, dass die Folgen des Klimawandels bestehende Konflikte zwischen den Anrainerstaaten des Viktoriasees verstärken werden.

 

Migingo – eine winzige Insel als Anlass für jahrzehntelange Konflikte

Die Insel ist nicht einmal so groß wie ein halbes Fußballfeld und doch seit Jahrzehnten ein Gegenstand zwischenstaatlicher Auseinandersetzungen. Bis Anfang der 1990er Jahre war der Felsen im Viktoriasee unbesiedelt und wurde vor allem von Schlangen und Vögeln bewohnt. Dann ließ sich dort 1991 der erste kenianische Fischer nieder, angelockt vom Fischreichtum in der Umgebung. Nach ugandischer Version ließ sich 2004 ein Fischer aus Uganda auf der Insel nieder und fand dort nur ein verlassenes Haus vor. Kenia beharrt auf einer Besiedlung der Insel durch seine Staatsbürger seit den 1990er Jahren. Eindeutig ist, dass sich in den letzten beiden Jahrzehnten zahlreiche Fischerfamilien aus Kenia, Uganda und Tansania sich auf Migingo niedergelassen haben.

 

Migingo hat eine Fläche von weniger als 2.000 qm und ragt bis zu fünf Metern aus dem See. Es gibt unterschiedliche Angaben zur Einwohnerzahl, vermutlich sind es etwa 400. Es gibt auf der Insel eine kleine Apotheke, mehrere Gästehäuser, einige Bordelle und eine Anzahl Hütten. Die Inselbewohner leben vor allem vom Verkauf von Nilbarschen, aber die Fangmenge sinkt wegen der Überfischung des Sees.

 

Uganda und Kenia haben Anspruch auf Migingo erhoben und sich dabei auf unterschiedliche Interpretationen einer Karte der britischen Kolonialherren aus dem Jahr 1926 berufen. Es besteht ein Einvernehmen aller mehr als 50 Mitgliedsstaaten der „Afrikanischen Union“, dass die kolonialen Grenzen auch heute zu respektieren sind. Das mag auf den ersten Blick mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Unabhängigkeit der meisten afrikanischen Staaten anachronistisch wirken, aber der Verzicht auf dieses Prinzip würde zu einer größeren Zahl von vermutlich nicht selten militärisch ausgetragenen Grenzkonflikte zwischen Staaten führen.

 

Gerade die willkürliche Grenzziehungen der Kolonialmächte birgt viel Konfliktstoff, weil keinerlei Rücksicht darauf genommen wurde, dass Ethnien getrennt wurden und nun in vielen Fällen auf der einen Seite der Grenze Englisch und auf der anderen Seite Französisch sprechen. Im Falle von Migingo schufen die Engländer die Kolonialgebiete Kenia und Uganda, und ob der Felsen zu dem einen oder dem anderen Kolonialterritorium gehörte, war ihnen egal. Aber wie anders als durch den Rückgriff auf Kolonialkarten sollen Uganda und Kenia heute entscheiden, zu welchem Land die Insel gehört?

 

 

Der vergebliche Versuch einer Verhandlungslösung

Der Konflikt um Migingo eskalierte, als ugandische Polizisten, die auf der Insel stationiert waren, 2009 von den kenianischen Bewohnern verlangten, spezielle Genehmigungen für das Leben auf der Insel zu erwerben. Im März 2009 erreichten Verhandlungsdelegationen beider Länder bei einem Treffen in Kampala ein Einvernehmen, dass die Fischer aus beiden Ländern weiterhin auf der Insel leben und in den Gewässern fischen dürften, bis die Grenzlinie von einer Expertenkommission festgelegt worden sei. Uganda stimmte zu, seine Polzisten erst einmal von der Insel abzuziehen.

 

Anschließend reisten insgesamt zehn Minister aus beiden Ländern nach Migingo, um dort weiter zu verhandeln und die Bewohner über ihre Pläne zu informieren. Das Treffen endete allerdings mit einer heftigen verbalen Auseinandersetzung der Minister, wobei ein kenianischer Minister die Mitglieder der ugandischen Delegation als „Hyänen“ bezeichnete und die ugandische Seite sich weigerte, die ugandische Flagge einzuholen und die Polizisten abzuziehen. Anschließend waren beide Regierungen bemüht, eine weitere Eskalation des Konflikts um die kleine Insel zu vermeiden. Eine einvernehmliche Regelung der Gebietsfrage wurde allerdings nicht erreicht.

 

Uganda hat zunächst nach den Ergebnissen einer Expertenkommission noch 2009 eingeräumt, dass die Insel zu Kenia gehöre, der ugandische Rechtsanspruch aber 510 Meter von der Insel entfernt beginnt. Der Expertenbericht ist allerdings bisher nicht öffentlich zugänglich. Ugandas Präsident Museveni hat 2018 eingeräumt, dass die Insel selbst zu Kenia gehört, aber kurz darauf erklärt, er sei falsch zitiert worden.

Warten auf eine Lösung des Grenzkonflikts

Kenianische Fischer beklagten sich noch im Januar 2025 in einer Petition an den kenianischen Präsidenten über fortdauernde Schiaknen durch ugandische Sicherheitskräfte. So würden Boote und Fänge konfisziert und Fischer inhaftiert. Die Fischer forderten, dass der Expertenbericht aus dem Jahr 2009 endlich veröffentlicht werden müsse. In den letzten Jahren ist es auch mehrfach zu Feindseligkeiten zwischen den Sicherheitskräften Kenias und Uganda gekommen.

Anfang April 2026 wurde bekannt, dass die Präsidenten beider Länder eine Lösung für die Verwaltung der Insel und der Gewässer in der Umgebung der Insel finden wollen. Sie wollen Diplomaten damit beauftragen, eine Lösung zu erarbeiten.

 

Der Konflikt um das Eiland zeigt exemplarisch, welche Schwierigkeiten es bei der Lösung von Grenzkonflikten in Afrika gibt. Nicht nur ist man auf nicht immer genaue Kolonialkarten angewiesen, sondern es gilt für die einzelnen Regierungen, Stärke gegenüber den Nachbarstaaten zu zeigen. Auch müssen eigene Staatsbürger geschützt und nationale Wirtschaftsinteressen verteidigt werden. Für Uganda geht es zum Beispiel darum, den Fang der lukrativen Nilbarsche durch kenianische Fischer in Bereichen des Viktoriasee zu stoppen, die Uganda beansprucht. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Migingo hoffen auf ein einvernehmliches Ende der Konflikte und ein etwas besseres Leben.

 

 

Da ich keine kostenlos nutzbaren Fotos der kleinen Insel Migingo gibt, möchte ich Sie auf den Beitrag „Migingo Island: Africa`s ‚smallest war‘“ auf der Website von Aljazeera verweisen, wo ein gelungenes Foto zu finden ist.

 

Elektrizitätserzeugung durch Wasserkraftwerke

Für Konflikte sorgen am Viktoriasee wie erwähnt auch die ugandischen Wasserkraftwerke am Ausfluss des Sees in den Weißem Nil. Uganda wurde in der Vergangenheit vorgeworfen, zu viel Wasser durch die Turbinen seiner Wasserkraftwerke Nalubaale und Kiira in den Nil strömen zu lassen. Vor der Fertigstellung des „Owen Falls Damms“ (seit 2000 „Nalubaale-Damm“) durch die britischen Kolonialherren im Jahre 1954 regulierten Stromschnellen und Wasserfälle die Menge des abfließenden Wassers aus dem See. Der 31 Meter hohe und 830 Meter lange „Nalubaale-Damm“ wurde zur Stromerzeugung gebaut und angesichts eines steigenden Stromverbrauchs 1999 flussabwärts durch den „Kiira-Damm“ ergänzt.

 

Diese Wasserkraftwerke haben die Möglichkeit eröffnet, den Wasserstand des Sees weitgehend auf dem gleichen Niveau zu stabilisieren, indem bei einem niedrigen Wasserstand weniger Wasser durch die Turbinen strömt und bei hohem Wasserstand mehr. Es ist aber zu berücksichtigen, dass die Kraftwerke vor allem gebaut wurden, um auf einem stabil hohen Niveau möglichst viel Energie zu erzeugen.

 

In den letzten Jahrzehnten sah Uganda sich dem Verdacht ausgesetzt, zu viel Wasser abfließen zu lassen, um benötigte Elektrizität zu erzeugen. Ein niedriger Wasserstand des Viktoriasees führt aber dazu, dass Fähr- und Frachtschiffe die Anleger nicht mehr erreichen und dass die Fische ihre Laichgebiete nicht mehr erreichen. Es gibt bereits Anzeichen für einen Rückgang der Fischbestände. Dabei sind Fischfang und Fischverarbeitung für drei Millionen Menschen am See die Existenzgrundlage und für 30 Millionen in weitem Umkreis ist der Fisch eine wichtige Ernährungsgrundlage.

 

Warum der Wasserspiegel des Sees gesunken ist

Zwischen 1998 und 2004 sank der Wasserspiegel des Viktoriasees um 2,3 Meter. Eine Studie der „Kommission für das Viktoriasee-Bassin“ der „Ostafrikanischen Gemeinschaft“ wies im April 2006 darauf hin, dass Uganda zu viel Wasser aus dem See in den Weißen Nil strömen ließ, um den Energiebedarf des Landes zu decken. Uganda hat sich aber vertraglich verpflichtet, die Turbinenleistungen der Kraftwerke so zu regulieren, dass der Wasserstand des Sees stabil bleibt und diesen Vertrag nicht immer eingehalten. „Der Staudamm-Komplex zieht den Stöpsel aus dem Viktoriasee.“ So hat Frank Muramuzi von der „Nationalen Vereinigung professioneller Umweltschützer“ in Uganda 2006 die Wassersituation an Afrikas größtem See zusammengefasst.

Es ist aber zu beachten, dass es nicht allein Ugandas Energiebedarf ist, der zum Sinken des Wasserspiegel geführt hat. Gleichzeitig ist mit den höheren Temperaturen als Folge des Klimawandels die Verdunstung gestiegen. Auch wird der Viktoriasee immer stärker als Trinkwasserreservoir für die rasch wachsenden Städte am See und für die Bewässerungslandwirtschaft genutzt-

 

Zeitweise gestiegener Wasserspiegel ist kein Grund zur Entwarnung

In den letzten Jahren ist der Wasserspiegel des Viktoriasees vorübergehend deutlich gestiegen, was vielerorts zu Überschwemmungen führte, so in der kenianischen Großstadt Kisumu. Auch wurde dadurch noch mehr Müll als ohnehin schon von den Ufern in den See gespült. Das trägt zur weiteren Vergiftung des Wassers und der Fische im Viktoriasee bei. Angesichts der komplexen Prozesse des Klimawandels lässt sich noch nicht zuverlässig sagen, wie sich der Wasserstand des Sees in Zukunft entwickeln wird. Die erwähnten anderen Nutzungsformen des Sees lassen aber in jedem Fall befürchten, dass der Wasserstress im Einzugsbereich des Viktoriasees zunehmen wird.

 

Alfred Okot Okidi, Staatssekretär im Wasser- und Umweltministerium Ugandas, warnte im Mai 2026 eindringlich davor, dass die sinkende Qualität und Menge des Wassers im Viktoriasee eine „tickende Zeitbombe“ sei. Es drohten beispiellose Energieunsicherheit und ein ernster Wassermangel.

 

 

Ugandas Wasserkraftwerk in Bujagali

Wie komplex die Interessenlagen bei Kraftwerken sein können, zeigt sich auch bei dem 2012 eröffneten Bujagali-Wasserkraftwerk in Uganda. Es befindet sich am Weißen Nil unterhalb der beiden bestehenden Wasserkraftwerke. Bujagali ist ein sogenanntes Laufwasser-Kraftwerk. Man nutzt das natürliche Gefälle dies Weißen Nils, um die riesigen Turbinen in Bewegung zu setzen und Elektrizität zu erzeugen. Deshalb benötigt man nur eine relativ niedrige Staumauer und keinen großen Stausee.

 

Die Befürworter des Bauwerks haben betont, dass das Wasser des Viktoriasees, das bereits die Turbinen der Kraftwerke Nalubaale und Kiira antreibt, nun flussabwärts erneut zur Stromerzeugung dient. Auch mussten für den kleinen Stausee nur relativ wenige Menschen umgesiedelt werden. Insgesamt seien die Umwelteingriffe relativ gering und die zusätzliche Verdunstung falle kaum ins Gewicht. Vor allem sei das neue Kraftwerk ein Gewinn für die Ökologie, weil es die Notwendigkeit der Stromerzeugung durch Gaskraftwerke und Generatoren stark vermindern werde.

Tatsächlich war bis zur Eröffnung des neuen Kraftwerks die Elektrizitätsversorgung in Uganda unzuverlässig. Strom war teuer und es kam immer wieder zu Stromausfällen, was zum Beispiel Krankenhäuser zum Kauf von Generatoren zwang und in der Industrie zu teuren Produktionsunterbrechungen führte. Aber es bleibt das Problem, dass die weitaus meisten Menschen in Uganda keinen Anschluss an das Stromnetz besitzen und viele Ärmere sich die Versorgung mit Elektrizität auch nicht leisten könnten.

 

Kritisiert wird auch, dass die von Umsiedlungen betroffenen Menschen nicht angemessen in die Planungsprozesse einbezogen wurden und dass der Tourismus in der Region gelitten habe, seit es die beeindruckenden Stromschnellen nicht mehr gibt.

 

 

Ein Korruptionsskandal mit gravierenden Folgen

Kritiker weisen auch darauf hin, dass der Bau des Kraftwerks von Korruptionsskandalen begleitet war. Das habe die Kosten erheblich erhöht und die Verschuldung des Landes vergrößert. Die Korruptionsskandale um das Bauvorhaben hätten zudem die Fertigstellung um sieben Jahre.

 

Zunächst sollten das US-amerikanische Unternehmen „AES Energy“ und der ugandische „Madhvani-Konzern“ das Kraftwerk bauen. Aber der ugandische Partner verlor nach Korruptionsermittlungen den Auftrag und der US-Partner zog sich nach dem Enron-Skandal in den USA aus dem Vorhaben zurück. Der Energiekonzern Enron musste nach Unternehmensskandalen und Bilanzfälschungen in Milliardenhöhe im Dezember 2001 Insolvenz anmelden.

 

Der AES-Konzern, ein Konkurrent von Enron, war von dem Skandal nicht direkt betroffen, aber die privaten Elektrizitätskonzerne und auch ihr expandierendes internationales Geschäft wurden nun von den Kapitalanlegern misstrauisch betrachtet. Ein Kraftwerksbau in Uganda, dem schon der Ruf der Korruption anhaftete, passte daher nicht in die veränderte Unternehmensstrategie des AES-Konzerns.

 

Uganda trug keine Verantwortung für den Rückzug des Konzerns, musste sich aber nun neue Partner für das Vorhaben suchen. Es gelang, das US-Finanzunternehmen „Sithe Global Power“ und den „Aga Khan Fund for Economic Development“ sowie mehrere Entwicklungsbanken für das Vorhaben zu gewinnen. Am Ende kostete das Projekt 800 Millionen Dollar. Bei seiner Entstehung war es das größte privat betriebene Wasserkraftwerk in Afrika.

 

Das staatliche Elektrizitätsunternehmen Ugandas UEGCL zahlt den Eigentümern des Kraftwerks jährlich einen festen Betrag – unabhängig davon, ob tatsächlich die vereinbarte Menge Elektrizität benötigt und in das Netz eingespeist wird oder nicht. Das birgt beträchtliche Risken für das Land, weil bei der Abnahme von weniger Strom die anteiligen Kosten je Kilowattstunde signifikant steigen, was die Verbraucher bezahlen müssen.

 

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Bau noch weiterer Wasserkraftwerke dazu geführt hat, dass in Uganda weniger Strom verbraucht wird, als die Kraftwerke erzeugen könnten. Das liegt auch daran, dass weiterhin die deutliche Mehrheit der Bevölkerung keinen Stromanschluss hat. Die Vertragsbedingungen tragen dazu bei, dass der Preis pro Kilowattstunde aus Bujagali weit höher liegt als beim Bau von der ugandischen Regierung angestrebt worden war.

 

 

Isimba Wasserkraftwerk – bis heute ein problembelastetes Wasserkraftwerk

2019 wurde das Isimba-Wasserkraftwerk am Weißen Nil eröffnet. Es befindet sich 44 Kilometer nördlich des Bujagali-Kraftwerks. Dass nun mehrere große Kraftwerke am Ausfluss des Viktoriasee in den Weißen Nil entstanden sind, hat den Vorteil, dass das Wasser aus dem See mehrfach für die Stromerzeugung genutzt werden kann. Das Risiko ist aber, dass bei einer drastischen Verminderung der Wassermenge im Viktoriasee (vor allem als mögliche Folge des Klimawandels) der weitaus größte Teil der Elektrizitätsversorgung Ugandas gefährdet wäre. In einer solchen Situation sind Spannungen mit den Nachbarstaaten Kenia und Tansania darüber zu erwarten, ob mehr Wasser aus dem See durch die Turbinen der Kraftwerke strömt oder der Wasserstand des Sees stabilisiert wird.

 

Erbaut wurde das Isimba-Wasserkraftwerk von dem staatlichen chinesischen Unternehmen „China International Water & Electric Corporation“ von 2015 bis 2019. Vorher hatte es in Uganda jahrelange Debatten über dieses Vorhaben gegeben. Umweltschützer hatten dafür plädiert, statt dieser teuren Investition besser in zahlreiche dezentrale Energieprojekte zu investieren, um auch kleinere Städte und Dörfer mit Elektrizität zu versorgen. Das Staudammprojekt sollte ursprünglich etwa 350 Millionen Dollar kosten, am Ende waren es knapp 570 Millionen Dollar. Der größte Teil davon wurde mit einem chinesischen Kredit finanziert.

 

Schon nach wenigen Jahren werden gravierende Baumängel sichtbar

2022 war das Kraftwerk ein Thema im Parlament Ugandas, weil es nach einer Überflutung von Anlagen mehrere Wochen ausfiel und es zu Stromausfällen kam. Beinahe wäre auch das Kraftwerksgebäude mit den Turbinen, Generatoren und weiteren Installationen überflutet worden. Dass das Überlaufsystem des Kraftwerks nicht funktioniert und es in der Folge zu Rissen im Sockel der Staumauer kommen kann, ist Anlass für große Besorgnis der staatlichen Betreiber. Es ist zu jahrelangen Auseinandersetzungen mit den chinesischen Erbauern des Kraftwerks gekommen.

 

Harrison Mutikanga, der Vorstandschef von ugandischen Elektrizitätsgesellschaft UEGCL, wurde im April 2025 in den Medien mit der Aussage zitiert, der Damm bedeute eine Desaster, mit dem gerechnet werden muss. „Beim Isimba-Damm besteht die Gefahr weiteren Verfalls und möglicherweise des Kollapses aufgrund der schlechten Qualität der Arbeit des Bauunternehmens China International Water and Electric Corporation.“ In Uganda besteht die Sorge, dass sich der Damm als eine tickende Zeitbombe erweist und beträchtliche Risiken für Menschen, Umwelt und Wirtschaft birgt.

 

Mittlerweile hat der chinesische Konzern zugestimmt, an einem Modell in China zu testen, wie die Schäden an dem Bauwerk behoben werden können. Es soll auch die Frage geklärt werden, ob ein dritter Überlauf gebaut werden muss. Der ugandische Energieminister schätzt die Kosten für die Behebung der Probleme auf bis zu 150 Millionen Dollar, die nach ugandischer Auffassung vom Bauunternehmen zu tragen sind. Herbert Kato, leitender Mitarbeiter im Energieministerium, wurde im April 2025 in der Presse mit dieser Aussage zitiert, es bereite Sorge, dass der Isimba-Damm eine Lebensdauer von 100 Jahren haben soll, aber schon nach fünf Jahren ernste Defekte aufgetreten sind.

 

Der Website der UEGCL ist zu entnehmen, dass im März 2026 erneut Verhandlungen mit dem chinesischen Vertragspartner über eine Rehabilitierung des Kraftwerks stattfanden. Das chinesische Unternehmen wurde aufgefordert, die Rehabilitationsmaßnahmen zu beschleunigen und rasch abzuschließen.

 

 

 

Ein weiteres Wasserkraftwerk in Karuma

Mittlerweile hat ein weiterer chinesische Konzern für 1,4 Milliarden Dollar ein zusätzliches Wasserkraftwerk in Karuma im Norden Ugandas gebaut. Es liegt ebenfalls am Weißen Nil, ist also auch von einer ausreichenden Wassermenge aus dem Viktoriasee abhängig. Das neue Kraftwerk ging nach langen Verzögerungen 2024 ans Netz und hat nach einem Medienbericht vom 30. Januar 2026 im ersten Betriebsjahr nur eine Leistung von knapp 25% und im zweiten Jahr von kaum mehr als 30% seiner installierten Kapazität geliefert. Das hat nach Angaben des Rechnungshofs des Landes zu Problemen geführt, die Kreditkosten an eine chinesische Bank aufzubringen.

 

Ein Hauptgrund für die geringe Stromerzeugung in Karuma ist, dass Ugandas Wasserkraftwerke eine deutlich größere Menge Strom erzeugen können, als im Land zu verkaufen ist. Das Elektrizitätsunternehmen UEGCL hat vorzugsweise Elektrizität von kostengünstigeren Wasserkraftwerken sowie aus Isimba bezogen, wo wie erwähnt ein festgelegter Preis für die vereinbarte Strommenge gezahlt werden muss, auch wenn tatsächlich weniger Strom abgenommen wird. Es ist nun geplant, das Überlandleitungsnetz auszubauen, um Strom aus Karuma exportieren zu können.

 

Die ugandische Nachrichtenwebsite „ChimpReports.com“ schrieb dazu im Januar 2026: „Die Befunde unterstreichen eine zentrale Herausforderung für Ugandas Stromstrategie: Die Kapazität übertrifft den Verbrauch. Ohne einem rasche Ausweitung von Industrie und Exporten riskiert das Land nicht ausgelastete Anlagen, die mit teuren Krediten finanziert wurden – was Wasserkraft von einem Entwicklungskatalysator zu einer fiskalischen Belastung werden lässt.“

Der Nilbarsch – ein Raubfisch, der die Fischpopulation dezimiert hat und nun selbst bedroht ist

 

Die Fischwirtschaft am Viktoriasee ist die größte Süßwasserfischerei der Welt. Es werden jährlich etwa eine Million Tonnen Fisch gefangen und verarbeitet. Es gibt 200.000 Arbeitsplätze in der Fischerei und Fischverarbeitung. Zu diesem Erfolg hat vor allem der Nilbarsch beigetragen. Der Nilbarsch gehört nicht zu den einheimischen Fischen, sondern wurde in den 1950er Jahren im Viktoriasee ausgesetzt. Der bis zu 200 kg schwere und 1,80 m lange Raubfisch hat keine natürlichen Feinde im See und konnte sich sehr rasch stark ausgebreitet.

 

Der Nilbarsch hat viele der ursprünglichen Fischarten, darunter viele Buntbarscharten, vernichtet oder ihre Bestände minimiert. Mit den Buntbarschen gehen zudem der Evolutionsforschung wichtige Forschungsobjekte für immer verloren. Der Evolutionsbiologe Professor Axel Meyer von der Universität Konstanz sagte dazu 2009 in einer „Deutschlandfunk“-Sendung: „Die Kombination von dem Einführen des riesigen Nilbarsches mit den daraus resultierenden ökologischen Konsequenzen hat dazu geführt, dass wahrscheinlich die Hälfte der ursprünglich vorhandenen 500 Arten des Viktoriasees ausgestorben sind – ein ökologisches Desaster, wie es kaum noch schlimmer sein kann.

 

 

Kritik am Geschäft mit dem Nilbarsch

Mittlerweile ist der Nilbarsch zu einer gefragten Delikatesse in Europa avanciert. Das 200-Millionen-Euro-Geschäft geriet allerdings 2004 in die Kritik, als der Dokumentarfilm „Darwins Albtraum“ mit drastischen Bildern zeigte, wie die Fische nach EU-Lebensmittelnormen in ostafrikanischen Fabriken verarbeitet werden, aber die Armen sich von unappetitlichen Fischresten wie Fischköpfen und Gräten ernähren müssen.

 

Allerdings, nicht nur der Film kritisierte Missstände einer globalen Fischwirtschaft, auch die Filmemacher selbst gerieten in die Kritik. Wenn der Nilbarsch in Verruf gebracht und in Europa gemieden werde, gefährde das einen der wenigen florierenden Wirtschaftszweige in Ostafrika. Immerhin, die Kritik hat einiges bewirkt: Die Regierungen der Anrainerstaaten haben Maßnahmen zum Schutz der Fischbestände unternommen und zum Beispiel den Einsatz von Trawlern mit Schleppnetzen verboten, um bedrohte Jungfische zu schützen.

 

Trotzdem ist die Zahl der Nilbarsche im Viktoriasee durch Überfischung weiter drastisch gesunken und es sind nach WWF-Angaben vor allem noch junge, nicht geschlechtsreife Fische im See zu finden. Es gibt einen gemeinsamen Fischerei-Managementplan der Anrainerstaaten, der aber bisher den Rückgang der Bestände und die illegale Fischerei nicht beenden konnte. 

 

Es wäre zu vereinfacht, zu argumentieren, dass man doch froh sein könne, dass es weniger von den eingeschleppten Nilbarschen gibt. Inzwischen sind diese Nilbarsche eine wichtige Ernährungsgrundlage für die Menschen am See. Auch hat ihre Verarbeitung Tausende Arbeitsplätze geschaffen und vor allem Uganda erzielt mit diesen Fischen hohe Deviseneinnahmen. Schließlich ist zu beachten, dass eine weitgehende Beseitigung dieser invasiven Art nicht wieder zu einer Wiederherstellung der ökologischen Situation vor ihrer Einführung führen würde. Ausgestorbene Fischarten kehren eben nicht zurück, und es ist zum Beispiel nicht ausgemacht, dass die verbliebenen Fischarten eine ausreichende Ernährungsgrundlage für die Menschen am See bieten würden.

 

Engagement für die Kleinfischerinnen und -fischer

Es wäre aber zu einfach, den illegalen Fang der jungen Nilbarsche nur zu verurteilen. Das zeigt sich an der Küste Ugandas. Die Regierung hat die Verwendung kleinmaschiger Netze verboten, um die Jungfischbestände zu schützen. Das trifft vor allem die küstennahe Kleinfischerei. Die Fischerfamilien fangen jetzt heimlich in direkter Küstennähe Fische. Sie fangen dort nur sehr kleine Jungfische, was den Fischern nur ein mühsames Überleben sichert und zugleich die Bestände des Nilbarsches im See weiter gefährdet. Werden die Fischerinnen und Fischer erwischt, beschlagnahmt man ihre Fänge und zerstört die Boote. 2021 berichtete die Fischerin Onzia Musoke einer Mitarbeiterin der deutschen Menschenrechtsorganisation FIAN:

 

Eines Morgens hatten wir gerade begonnen, die Fische in der Sonne zu trocknen, da umstellte die Armee das Gebiet. Sie befahlen uns, uns in die Nähe unserer Boote zu stellen. Sie wurden alle angezündet! Einige von uns brachen zusammen. Auch ich wurde krank, ich verbrachte drei Wochen im Krankenhaus. Jetzt habe ich mir Land geliehen und etwas Maniok und Süßkartoffeln angepflanzt. So haben wir wenigstens etwas zu essen, da ich keine andere Einkommensquelle mehr habe.“

 

FIAN berichtete im April 2025: „Es ist unstrittig, dass der Staat nachhaltige Fangmethoden fördern muss. Höchst bedenklich ist jedoch, wenn Kleinfischer*innen, die zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen gehören, zum Sündenbock gemacht und kriminalisiert werden. Denn um das Verbot durchzusetzen, setzt die Regierung auf die Armee: Nächtliche Razzien, Beschlagnahmungen von Fischereiausrüstung, Verhaftungen und körperliche Misshandlungen sind an der Tagesordnung in den Fischereigemeinden. Folter und Mord wurden von Medien berichtet. Insbesondere Frauen sind betroffen – von sexueller Gewalt, Schikanen und Demütigungen.“

 

Die Menschenrechtsorganisation FIAN Uganda unterstützt die Fischerinnen und Fischer dabei, ihre Rechte durchzusetzen, zum Beispiel gegenüber Militärs, die illegalerweise von jeder Person, die Fischen will, eine Lizenzgebühr von umgerechnet 13 Euro pro Woche fordern. Auch geht es FIAN darum, dass ein Fischereigesetz von 2023 umgesetzt wird, das eine gerechtere Nutzung des Fischreichtums des Landes gewährleisten soll.

 

„Naturland Wildfisch“ vergibt Zertifikate für ökologisch nachhaltig gefangene und verarbeitete Nilbarsche. Dafür arbeitet die Organisation mit Fischergemeinschaften am Viktoriasee zusammen. Eine Zertifizierung erfolgt nur, wenn die Fischer mit Haken oder Stellnetzen arbeiten. Die Fischerfamilien werden außerdem dabei unterstützt, ihre Lebensqualität zu erhöhen, zum Beispiel durch Schwimmwesten, eine Verbesserung der Trinkwasserversorgung und der medizinischen Versorgung sowie durch die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für die Frauen der Fischer, um die Einkommenssituation der Familien zu verbessern.

 

 

Das lukrative Geschäft mit den Schwimmblasen

Verheerend wirkt sich aus, dass inzwischen eine lukrative Schattenwirtschaft für die Schwimmblasen der Nilbarsche entstanden ist. Die getrockneten Schwimmblasen gelten in Asien als Delikatesse und in China werden ihnen sogar aphrodisierende Eigenschaften zugesprochen. Lokale Fischer arbeiten mit internationalen Händlern zusammen und erzielen dabei vielfach höhere Erlöse als beim Verkauf der Fische.

 

In Kenia und Tansania ist der Export von Schwimmblasen inzwischen verboten, in Uganda hingegen erlaubt, was die Schattenwirtschaft am gesamten See ausnutzt. Manche tansanische Fischer entnehmen ihrem Fang an Nilbarschen noch auf dem See die Schwimmblasen und verkaufen sie an ugandischen Fischer zum Weiterverkauf. Wegen der strikten Kontrollen in tansanischen Häfen können diese tansanischen Fischer die Nilbarsche, denen erkennbar die Schwimmblasen entnommen wurden, dort nicht anlanden. Deshalb werfen sie die toten Fische ins Meer.

 

 

Die Ausbreitung der Wasserhyazinthen

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Wasserhyazinthe auf dem Viktoriasee stark ausgebreitet. Diese lateinamerikanische Pflanze wurde in den 1950er Jahren von belgischen Kolonialherren in Ruanda eingeführt, um ihre Fischteiche zu verschönern. Über Bäche und Flüsse gelangte die Wasserhyazinthe in den Viktoriasee und breitete sich dort explosionsartig aus. Sie bildet undurchdringliche Teppiche, die nicht nur die Schifffahrt beeinträchtigen, sondern auch eine ideale Brutstätte für Malariafliegen und für Würmer sind, die die Bilharziose-Parasiten übertragen. Bilharziose greift Leber, Lungen und Augen von Menschen an und tötet sie langsam. Eine Erkrankung ist besonders für Kinder gefährlich.

 

Dass immer mehr Nährstoffe aus der Landwirtschaft und durch ungeklärte Abwässer in den See gelangen, hat das Wachstum der Hyazinthen noch beschleunigt. Nachdem andere Bekämpfungsmethoden wie das Abfischen der Hyazinthen versagt hatten, sorgen seit einigen Jahren Rüsselkäfer dafür, dass sich die mit Wasserhyazinthen bedeckte Fläche deutlich vermindert hat. Aber über Flüsse, die in Ruanda und Burundi entspringen, gelangen immer neue Wasserhyazinthen in den Viktoriasee.

 

Die Betreiber der Nalubaale- und Kiira-Wasserkraftwerke sind immer wieder damit beschäftigt zu verhindern, dass die Pflanzenmassen die Turbinen verstopfen. Beispielsweise 2020 gelangte eine so große Menge Hyazinthen in die Turbinen, dass sie zwei Wochen lang gereinigt werden mussten. Absterbende Pflanzenteile der Hyazinthen lassen außerdem den Sauerstoffgehalt des Sees bedrohlich sinken und verursachen ein Fischsterben.

 

 

Der Kampf gegen die sinkende Wasserqualität im See

Ein starkes Bevölkerungswachstum, eine zunehmende Urbanisierung, die Ansiedlung zahlreicher Industrie- und Gewerbebetriebe an der Küste sowie der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden in der Landwirtschaft bedrohen die Wasserqualität des Viktoriasees. Besonders negativ wirkt sich aus, dass nur ein kleiner Teil der dörflichen und städtischen Abwässer in Kläranlagen gereinigt wird, bevor es in den Viktoriasee gelangt. Angesichts der Tatsache, dass etwa zehn Millionen Menschen ihr Trinkwasser aus dem Viktoriasee erhalten, ist dies eine dramatische Entwicklung. Auch nimmt die Belastung der Fische mit Schadstoffen bedrohlich zu.

 

Samuel Apedel, der Sprecher des staatlichen ugandischen Wasserversorgers, wurde 2023 in der „tageszeitung“ so zitiert. „Die enorme Verschmutzung des Sees macht es immer schwieriger, das Wasser aufzubereiten.“ Simone Schlindwein erläuterte in dem Beitrag „Ein See wird vergiftet“, dass in der Hauptstadt Kampala nur 13% der Haushalte an die Kanalisation angeschlossen sind. Von den übrigen Bewohnern hat nur eine Minderheit eine Sickergrube. Die TAZ-Korrespondentin schreibt: „Ein nicht unwesentlicher Teil des in Kampala konsumierten Wassers fließt jedoch ungeklärt in den See – und muss dann wieder aufbereitet werden.“

 

Samuel Apedel erläuterte, dass immer mehr Chemikalien eingesetzt werden müssen, um das Wasser auf Trinkwasserstandard aufzubereiten. Die Ausgaben für Chlor und andere Mittel hätten sich in den vergangenen Jahren verdoppelt.

Erfreulicherweise gehört Kampala zu den Großstädten am Viktoriasee, deren Abwassersystem im Rahmen eines Programms der „Lake Victoria Basin Commission“ verbessert wird. Dieses Programm der „Ostafrikanischen Staatengemeinschaft“ hat das Ziel, den größten See Afrikas nachhaltig zu bewirtschaften. Grenzüberschreitend soll die Nutzung des Sees langfristig gesichert werden. Finanziell wird dieses Wasserressourcenmanagementprogramm von der „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ und der EU unterstützt.

  

Ein Schwerpunkt der Programms bildet der Ausbau der Abwasser-Infrastruktur. Zunächst wird die Entsorgung in Kigali, Kisumu, Mwanza und Kampala verbessert. Diese Projekte sollen beispielhaft wirken. Mit anderen Projekten soll die Abfallentsorgung verbessert werden. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Erfassung und Analyse von gewässer- und Umweltdaten, um Umweltprobleme besser zu erkennen und auf dieser Grundlage zukünftige Strategien zu entwickeln. Geplant ist unter anderem die Rehabilitierung von Feuchtgebieten. Es besteht die Hoffnung, dass Konflikte um die Nutzung der Wasserressourcen zwischen den Staaten der Region so abgebaut werden können.