
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit hat US-Präsident Trump den Handel mit Kryptowährungen vorangetrieben – und damit laut einem Finanzbericht auch persönlich lukrative Geschäfte gemacht. Das geht aus dem „tagesschau.de“-Beitrag „Mehr als eine Milliarde Dollar mit Kryptogeschäften“ vom 1.7.2026 hervor.
Trump hat im vergangenen Jahr weit mehr als eine Milliarde US-Dollar bei Krypto-Geschäften eingenommen, ist einem von der Regierung veröffentlichten Einkommenserklärung zu entnehmen. Als Reaktion auf den Watergate-Skandal wurde 1978 ein „Ethics in Government Act“ verabschiedet, der Präsidenten, Vizepräsidenten und weitere hochrangige Beamte zur jährlichen Offenlegung ihrer Finanzen verpflichtet. Diese Berichte werden beim „Office of Government Ethics“ (OGE) eingereicht und sind für die Öffentlichkeit zugänglich.
Dem jetzt veröffentlichten Bericht ist zu entnehmen, dass allein die Beteiligung an dem Krypto-Unternehmen „World Liberty Financial“ dem Präsidenten 2025 mehr als 500 Millionen Dollar einbrachte. Das Unternehmen hatten unter anderem Trump, seine Söhne und Steve Witkoff gegründet. Witkoff ist ein Sonderbeauftragter des Präsidenten.
Weitere 635 Millionen Dollar (rund 556 Million Euro) erzielte Trump mit Lizenzgebühren für sogenannte „Meme-Coins“ – das sind digitale Münzen. Trump selbst ließ kurz vor seinem Amtsantritt einen „Meme-Coin“ mit seinem Konterfei und dem Namen "$TRUMP" auflegen, die eine Milliardenkapitalisierung erreicht hat. Die Einnahmen durch Krypto-Geschäfte haben inzwischen Trumps traditionelles Immobiliengeschäfts überflügelt.
Trump fördert den Handel mit Digitalwährungen

Die Krypto-Einnahmen Trumps stehen auch deshalb im Fokus der Kritik, weil seine Regierung den Handel mit Digitalwährungen vorantreibt. Der Präsident hat sich zum Ziel gesetzt, die USA zur „Bitcoin-Supermacht“ zu machen und baut dafür seit seinem Amtsantritt reihenweise Regulierungen ab.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass Trump den Gründer der Digitalwährungsbörse Binance, Changpeng Zhao, der wegen Verstößen gegen Geldwäsche-Gesetze verurteilt worden war, nachträglich begnadigt hat. Binance ging nach Trumps Wiederwahl eine enge geschäftliche Verbindung mit „World Liberty Financial“ ein.
Ein Geschenk von FIFA-Boss Infantino
Neben den Geschäften mit Kryptowährungen sind in Trumps umfangreicher Erklärung auch Geschenke aufgeführt, darunter zehn Superbowl-Tickets im Wert von 50.000 Dollar, die Trump von einer Sportfunktionärin erhielt. FIFA-Chef Gianni Infantino schenkte dem US-Präsidenten zehn Karten für das Endspiel der Fußball-WM im Wert von insgesamt 15.000 Dollar.
Aufgeführt werden in der Einkommenserklärung Trumps außerdem Einnahmen von über 80 Millionen Dollar aus Vergleichen mit verschiedenen Medienunternehmen sowie Millioneneinnahmen aus der Lizenzierung seines Namens an Immobilienentwickler im Ausland. Zu erwähnen sind auch Millionengewinne aus den Verkauf von Markenartikeln wie Turnschuhen, Uhren und einer teuren Trump-Ausgabe der Bibel.
Das Vermögen hat sich vermutlich fast verdoppelt

Der „Bloomberg Billionaires Index“ listet Trump zur Zeit mit einem Gesamtvermögen von 7,6 Milliarden Dollar. Bei seinem Amtsantritt im Januar 2025 schätzte Forbes sein Vermögen noch auf 3,9 Milliarden Dollar. Vermutlich konnte der Präsident also sein Vermögen fast verdoppeln.
Genaue Zahlen fehlen, denn die US-Steuerbehörde darf keine früheren Steuererklärungen von Donald Trump und zwei Söhnen mehr prüfen. Das geht aus einem juristischen Vergleich mit dem US-Justizministerium hervor, der im Mai 2026 publik wurde.
Der Vorwurf von Interessenkonflikten
Die US-Regierung weist Vorwürfe von Interessenkonflikten zwischen politischem Amt und privaten Geschäften Trumps zurück. Sein Vermögen werde nicht von ihm selbst verwaltet. Dem Tagesschau-Bericht „Wie Trump mit seinem Amt Kasse macht“ vom 22.08.2025 ist allerdings zu entnehmen:
„Aktuellen Dokumenten des OGE zufolge hat Trump seit dem 21. Januar 2025 mehr als 600 Finanztransaktionen durchgeführt und dabei über 100 Millionen Dollar in Unternehmens-, Kommunal- und Staatsanleihen investiert. So erwarb Trump unter anderem Unternehmensanleihen von Citigroup, Morgan Stanley, Meta, T-Mobile US, The Home Depot und UnitedHealth. Die Beteiligungen des republikanischen Politikers umfassen damit Sektoren, die von politischen Entscheidungen seiner Regierung wie etwa der Finanzmarkt-Deregulierung profitieren könnten. Kritiker sehen darin potenzielle Interessenkonflikte.“
In dem Beitrag heißt es weiter „Laut der letzten Offenlegung hielt Trump zum Jahresende 2024 … bedeutende Anteile an Microsoft, Blackstone und seinem eigenen Unternehmen, der Trump Media & Technology Group. Auch von Technologie- und Blue-Chip-Unternehmen wie Amazon, Alphabet, Meta, Tesla, Berkshire Hathaway, PepsiCo, JPMorgan Chase, Coca-Cola und Pfizer besaß Trump demnach Aktien.“
Eine der größten Einzelpositionen war Apple. Der Konzern ist zentral von Trumps politischen Entscheidungen betroffen. Anfang August 2025 kündigte Trump Zölle in Höhe von bis zu 100 Prozent auf importierte Computerchips und Halbleiter an. Der Apple-Konzern sollte davon jedoch ausgenommen werden. Der Apple-Chef Tim Cook habe dem Präsidenten zusätzliche Investitionen in den USA in Höhe von 100 Milliarden Dollar zugesagt. Der Kurs der Apple-Aktie stieg am Tag nach dieser Ankündigung um mehr als vier Prozent.
Im „Tagesschau“-Bericht wird ein weiteres Beispiel gegeben: „Auch Trumps jüngste Immobiliengeschäfte lassen sich nur schwer von seinen Amtsgeschäften und -reisen trennen. So führte Trumps erste große Auslandsreise nach Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate – und damit just in genau jene Länder, in denen seine Familie parallel neue oder ausgedehnte Projekte verfolgt. Zudem kündigte die Trump-Familie den Bau eines Luxus-Golfplatzes in Katar ‚im Trump-Stil‘ als Teil eines 5,5 Milliarden Dollar teuren Entwicklungsprojekts sowie des ‚Trump International Hotel & Tower‘ in Dubai an - eine 80-stöckige Immobilie mit dem höchsten Außenpool der Welt.“
Die Kinder das Präsidenten verwalten sein Vermögen

Anders als seine Vorgänger hat Trump zum Beginn seiner zweiten Amtszeit seine Vermögenswerte nicht in einen „Qualified Blind Trust“ übertragen. Das ist eine Treuhandgesellschaft, bei der der Eigentümer keine Kontrolle, kein Wissen und keinen Einfluss auf die Auswahl und Verwaltung der Vermögenswerte hat.
Stattdessen verwalten die Kinder von Donald Trump sein Vermögen. Eine scharfe Trennlinie zwischen privaten Geschäften und öffentlichem Amt ist das nicht. Frühere Präsidenten wie Jimmy Carter, Lyndon B. Johnson, Ronald Reagan, Bill Clinton, George Bush und sein Sohn George W. Bush nutzten Blind Trusts während ihrer Präsidentschaft zur Verwaltung ihrer Vermögen. Trumps Vorgehen kann den Verdacht von Interessenkonflikten und persönlicher Bereicherung im Amt nicht entkräften, besonders bei einem Präsidenten, dessen Vermögen sich seit Beginn seiner zweiten Amtszeit stark vergrößert hat.
