Frauen schweigen nicht zu Staudammprojekten
„Es gibt eine breite Übereinstimmung, dass sich der Bau großer Staudämme besonders nachteilig für Frauen erwiesen hat. Diejenigen, die hinter dem Bau dieser Staudämme stehen, haben es versäumt, die Rechte und das Wohlergehen derer zu schützen, die von diesen Projekten betroffen sind und besonders die Probleme zu lösen, die für Frauen und Kinder entstanden sind.“ Dies schreibt Monti Aguirre in der Ausgabe 1/2011 der Zeitschrift „World Rivers Review“, die den Themenschwerpunkt Frauen und Staudämme hat.
Die Zeitschrift der Umweltschutz und Menschenrechtsorganisation „International Rivers“ stellt in einer Reihe von Beiträgen dar, dass der Bau von großen Staudämmen in manchen Fällen zwar einige Vorteile für Frauen gehabt hat, dass sie aber vorwiegend unter den Nachteilen zu leiden haben. Lyla Mehta schreibt in einem Beitrag über große Staudämme und Gender-Ungleichheit: „Größtenteils werden die Schmerzen und die Vorteile nicht gleichmäßig auf Männern und Frauen verteilt. In gewissem Umfang liegt dies an den bestehenden Gender-Verzerrungen zugunsten der Männer. Gesellschaften waren häufig schon vor dem Bau der Dämme durch ein hohes Niveau der Ungleichheit beim Zugang zu und der Kontrolle über Ressourcen geprägt. Aber nachdem ich fast zwei Jahrzehnte lang zu Gender, Vertreibungen und Dämmen geforscht habe, kann ich mit Sicherheit sagen, dass neue Dämme dazu tendieren, die bestehenden Ungleichheiten zu verschärfen und die Gender-Unterschiede zu vergrößern, statt sie abzubauen.“
Besonders bei Umsiedlungen, die meist mit dem Bau größerer Staudämme verbunden ist, bringen der lokalen Bevölkerung und vor allem den Frauen viele soziale und ökonomische Nachteile. Deshalb engagieren sich viele Frauen am Widerstand gegen den Bau solcher Staudämme. Frauen sind also nicht nur Opfer solcher Projekte, wird zum Beispiel in einem Beitrag über die chinesische Aktivistin Wang Yongchen deutlich, die die Auswirkungen von Staudammprojekten analysiert hat und eine Beteiligung der Bevölkerung an solchen Vorhaben fordert.
Eine PDF-Version der Zeitschrift finden Sie hier.
(Frank Kürschner-Pelkmann)