Wasser-Bewegungen in Lateinamerika
In zwölf Beiträgen kommen in der Broschüre „Changing the Flow“ Wasser-Aktivistinnen und -Aktivisten aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern zu Wort. Außerdem wird die Schlusserklärung eines Treffens der Vertreterinnen und Vertretern von Wasser-Bewegungen aus ganz Lateinamerika in Cochabamba/Bolivien im August 2008 veröffentlicht. Die Broschüre wurde von mehreren lateinamerikanischen und weltweiten Netzwerken gemeinsam herausgegeben, die sich Bürgerrechte und ein nachhaltiges Wirtschaften engagieren.
Den Hintergrund für die Broschüre bilden einerseits das Bestreben großer Konzerne, die Wasserversorgung lateinamerikanischer Großstädte zu privatisieren und andererseits der massive Widerstand großer Teile der Bevölkerung gegen diese Vorhaben. Die Menschen setzen sich u.a. dafür ein, Wasser als Menschenrecht in den Verfassungen festzuschreiben und damit der Tendenz entgegenzuwirken, Wasser als eine Ware wie jede andere zu behandeln.
Angestrebt wird auch, die öffentliche Wasserversorgung in Lateinamerika zu verbessern und die Partizipationsmöglichkeiten der Bevölkerung in den lokalen Wasserbetrieben zu verbessern. Damit verbunden ist eine größere Transparenz der Entscheidungen zu Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, was auch der Korruption entgegenwirkt. Der Kampf um das Wasser ist daher eng verknüpft mit dem Kampf für eine Demokratisierung der lateinamerikanischen Gesellschaften.
In der Broschüre wird deutlich, dass inzwischen eine intensive Zusammenarbeit unter den Wasser-Bewegungen in Lateinamerika entstanden ist. Ermutigt werden diese Bewegungen dadurch, dass es in verschiedenen Ländern gelungen ist, eine Privatisierung der Wasserversorgung zu verhindern oder zu beenden. Die Broschüre kann zu einem weiteren Engagement dafür ermutigen, dass Wasser ein öffentliches Gut bleibt.
Weitere Informationen zur Broschüre finden Sie auf der Website von Water Justice. Hier kann die Broschüre auch heruntergeladen werden.
(Frank Kürschner-Pelkmann)